Das Begräbnis der Fakten

Totenrede der Journalistin Alexandra Föderl-Schmid

Sonntag, 06. November, 18 bis 19.30 Uhr,
Altes Hallenbad, Feldkirch
Ticket 30 Euro (bis 18 Jahre frei) Tickets ➝

Ein Nachruf auf die Wahrheit
Totenrede: Die Journalistin Alexandra Föderl-Schmid.
Musik: Trio Opus 3 mit Werken von Beethoven, Mozart, Alfred Schnittke und Sofia Gubaidulina
Raumgestaltung: Arch. Ulli Grassmann, Baumschlager Eberle Architekten
Lesung: Nico Raschner

»Die Meinung ist frei, aber Fakten sind heilig.« Dieses Zitat von C.P. Scott steht bis heute als Motto über der Meinungsseite der englischen Tageszeitung The Guardian.

2017 sprach die Beraterin des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, Kellyanne Conway zum ersten Mal von »Alternativen Fakten«, als sie darauf hingewiesen wurde, dass das Weiße Haus nachweisbar falsche Angaben über die Zuschaueranzahl bei Trumps Amtseinführung gemacht hatte.

Eine Haltung, der wir in der Kriegspropaganda laufend begegnen, aber auch in der Debatte um die Corona-Maßnahmen. Bei diesem giftigen Phänomen geht es nicht um »Fake News«, also um Falschinformationen. Auch nicht um andere Meinungen, Bewertungen oder Interpretationen eines Sachverhalts, sondern um die Leugnung von Gezähltem, Gewogenem, Abgemessenem, Nachgerechnetem – also von nachprüfbarer Wirklichkeit. Das Ende des gesellschaftlichen Konsens, was Fakten sind, stellt die Wahrheit als solche infrage und entzieht dem Diskurs in einer Demokratie den gemeinsamen Boden der Tatsachen.

Alexandra Föderl-Schmid gehört zu den bekanntesten Journalistinnen Österreichs. Sie ist stellvertretende Chefredakteurin der Süddeutschen Zeitung. Davor war sie zehn Jahre lang Chefredakteurin und später auch Co-Herausgeberin des Standards in Wien. Die Publizistin wurde mit dem österreichischen Kurt-Vorhofer-Preis für Politikjournalismus, dem Verfassungspreis und dem Ari-Rath-Preis ausgezeichnet. Zudem war sie maßgeblich an der Wiedererrichtung des Presserates in Österreich beteiligt.

Ulli Grassmann entwarf den Bühnenraum für die Aufführung. Er leitet die Niederlassung St. Gallen eines der einflussreichsten Architekturbüros Europas. Baumschlager Eberle Architekten verfügen heute über rund 10 Niederlassungen in Österreich, Deutschland, Schweiz, Frankreich, Vietnam und China. Gegründet 1985 in Vorarlberg, beschäftigt das Unternehmen heute rund 250 Mitarbeiter aus 20 Ländern. Neben dem Entwurf von Gebäuden und Städteplanungen auf der ganzen Welt ist Ulli Grassmann auch ein feinsinniger Meister des kleinen Maßstabs, wenn es um Bühnenbilder oder Ausstellungsgestaltungen geht.

Die Pforte zu Gast – Trio Opus 3: Der Geiger Pawel Zalejski, der Bratschist Klaus Christa und der Cellist Mathias Johansen sind in Vorarlberg verwurzelte Musiker, die ihre eigenständigen Karrieren führen und u. a. als Trio Opus 3 gemeinsam auftreten. Ihr Ensembledebüt im Mai 2022 wurde vom Publikum mit überschäumender Begeisterung aufgenommen. Spontanität, Lebendigkeit und Innigkeit sind die Sterne, die dieses Ensemble leiten und damit intensiven Kammermusikerlebnissen den Boden bereiten.

Die Montforter Zwischentöne bedanken sich bei der Zumtobel Group für die Unterstützung der Lichtgestaltung sehr herzlich!

Zum Nachschauen: Das Begräbnis der Distanz mit Robert Pfaller, 2021